Sonntag, 7. Februar 2016 von Karin S. Wozonig
Schlagworte:
Veröffentlicht in 19. Jahrhundert,Literatur,Literaturwissenschaft,Welt | Keine Kommentare

Vielleicht ist Literaturgeschichte doch nicht nur ein gemaltes Mittagessen

In Wien wird wieder getagt, diesmal zu Leben und Werk von Marie von Ebner-Eschenbach. Gut so. An alle: Lest mehr Ebner-Eschenbach (ein Buch genügt)!

Informationen zur Tagung gibt es hier.

Freitag, 23. Januar 2015 von Karin S. Wozonig
Schlagworte: , , , ,
Veröffentlicht in Literatur,Welt | Keine Kommentare

Betty Paoli wird gefeiert

Im Dezember 1885 wurde mit einem Jahr Verspätung der 70. Geburtstag Paolis mit einem offiziellen Porträt-Auftag gefeiert.

29. Dezember 1885: Um zehn Uhr kam der Bürgermeister zu Betty um ihr seinen Glückwunsch darzubringen, hat eine prächtige Adresse überreicht in welcher Betty ersucht wird sich von „hervorragenden Künstlerhänden“ für das Rathaus malen zu lassen. […] die linke Hand muß auch mitmalen. O meine geliebten Österreicher! (Tagebuch Marie von Ebner-Eschenbach)

Anfang 1886 wurde die Aufgabe in die hervorragenden Künstlerhände von Marie Müller gelegt.

2015 wird Paoli dank der Initiative der Leiterin des Literaturreferats der Stadt Wien, Julia Danielczyk, wieder im Rathaus geehrt. Anlässlich ihres 200. Geburtstags wird die österreichische Autorin Marlen Schachinger Betty Paoli eine „analytisch-literarische Auseinandersetzung widmen.

Die Ankündigung dieser Veranstaltung finden Sie hier.

Sonntag, 27. April 2014 von Karin S. Wozonig
Schlagworte: , , ,
Veröffentlicht in 19. Jahrhundert,Literatur,Welt | Keine Kommentare

Lesung bei Ida Fleischl

Aus dem Tagebuch von Marie von Ebner-Eschenbach, 27. April 1887:

Abends Vorlesung Auguste Wilbrandts bei Ida. Poe Das verrätherische Herz. Villinger Der Eskimo. Bei Marsala. Klaggesang. Marsala wundervoll übersetzt von Betty.

Sonntag, 13. April 2014 von Karin S. Wozonig
Schlagworte: ,
Veröffentlicht in 19. Jahrhundert,Literatur,Welt | Keine Kommentare

Betty Paoli im Porträt

Aus dem Tagebuch von Marie von Ebner-Eschenbach, April 1886: „Mit Ida in das Atelier Frln Müllers um Betty Porträt zu sehen. Stirn Augen und Nase vortrefflich. Die geistige Ähnlichkeit gut getroffen.“

Montag, 30. Dezember 2013 von Karin S. Wozonig
Schlagworte: , , ,
Veröffentlicht in 19. Jahrhundert,Literatur,Literaturwissenschaft | Keine Kommentare

Immer diese Literaturgeschichte

Wir feiern am 30. Dezember Betty Paoli’s Geburtstag – eigentlich den 71t; offiziell (Dank der Ungenauigkeit der Literaturgeschichte) den 70t.

Marie von Ebner-Eschenbach an Paul Heyse am 4. 12. 1885

Mittwoch, 18. September 2013 von Karin S. Wozonig
Schlagworte: , ,
Veröffentlicht in 19. Jahrhundert,Literatur,Welt | Keine Kommentare

Buchmarketing

Heute möchte ich erzählen, dass Betty Paoli in ihrer Funktion als Kritikerin für die Zeitung „Die Presse“ versucht hat, Büchern zum Erfolg zu verhelfen. Das ist dem Autor Alfred Friedmann, über dessen Literatur Paoli meines Wissens nie geschrieben hat, nicht entgangen. In einem Artikel mit dem Titel „Etwas über das Recensieren“ schreibt er:

Die Dichterin Betty Paoli hat jüngst in der „Presse“ der Dichterin Ebner von Eschenbach zwei Feuilletons gewidmet und gesagt: „dem Genie gehöre solch epische Recension, dem Mittelgut kaum eine kurze Notiz; ein gutes Buch mache sich übrigens ganz von selbst bekannt.“ Gewiß! Getrennt sind die beiden Behauptungen sehr richtig; geeint stoßen sie sich gegenseitig u. wenn ein gutes Werk sich selbst bekannt macht, warum dann zwei Feuilletons darüber? Auch hat nicht jede Freifrau Marie von Eschenbach ihre Betty Paoli, und nicht jedem mittelmäßigen Buch wird eine Notiz.

Freitag, 25. Januar 2013 von Karin S. Wozonig
Schlagworte: , , ,
Veröffentlicht in 19. Jahrhundert,Literaturwissenschaft,Welt | Keine Kommentare

Die Tarockpartie

Das Wienmuseum zeigt noch bis Anfang April die Sonderausstellung „Spiele der Stadt – Glück, Gewinn und Zeitvertreib“. In der Ausstellung und in der Bildergalerie auf der Website zur Ausstellung ist das Bild der tarockspielenden Damen Betty Paoli, Marie von Ebner-Eschenbach und Ida von Fleischl-Marxow zu sehen, das am 17. Mai 1891 von Richard Fleischl-Marxow gemacht wurde.

Eine Schilderung der Tarockpartie lieferte Marie von Ebner-Eschenbach in ihrem Nachruf auf Betty Paoli:

„Den letzten Winter hatte sie [Paoli] besonders gut zugebracht. Sie war wieder schriftstellerisch täthig, sie konnte wieder von Herzen heiter sein bei ihrer geliebten Tarockpartie. Länger als ein Decennium hat sie bestanden. Anfangs begnügten wir uns mit einem Spielchen am Sonntag; später fand ich mich an jedem zweiten Nachmittage im Hause unserer gemeinsamen Freundin, Frau Ida, ein. Betty kam aus ihrem Zimmer in den Salon herüber … Sie hatte immer ein freundliches Lächeln, einen warmen Händedruck zum Willkommgruß und brachte meistens etwas mit, einen Brief, ein Buch, ein Manuscript, aus dem sie vorlesen wollte ehe die Partie begann. Unter den vielen interessanten Zuschriften, die sie erhielt, waren ihr und uns die liebsten die Friedrich Pecht’s. Sie boten immer eine Fülle der Anregung, manchmal kam aber auch das Tarockkränzchen in ihnen schlecht weg. Der verehrte Künstler und Kunstkritiker gerieth in edlen Zorn und fragte höchst unwirsch ob denn drei vernünftige Frauen wirklich nichts Besseres zu thun hättten bei ihren Zusammenkünften, als Tarock zu spielen? Ihm waren eben die Geheimnisse unserer Nachmittags-Beschäftigung nicht erschlossen. Er hatte den lächelnden Ernst nicht gesehen, mit dem Betty die bedeutende Handlung einweihte, indem sie sprach: „Spielen! spielen! Wir sind nicht da, um uns zu unterhalten.“ Und so spielten wir denn. Was? Betty’s Ueberzeugung war: Tarock, weil sie ja doch Tarockkarten in Händen hielt. Wie? Nun das Reich, in dem sie sich beim Kartenspielen bewegte, war nicht das der Berrechnung und Combination, sondern das der Inspiration. Manchmal flog, nachdem sie ihre Blätter eines nach dem andern langsam aufgenommen hatte, plötzlich eines davon auf den Tisch, und sie sagte ein Ultimo an, der ein größeres Wagnis war als Hannibal’s Zug über die Alpen. „Aber Betty“, rief dann Frau Ida ganz bestürzt, „du hast ja noch gar nicht gekauft.“ Richtig! zu kaufen hatte sie vergessen, holte das Versäumte sofort nach und begann zu gleicher Zeit eine sehr unterhaltende Geschichte zu erzählen…“

Soviel Inspiration beim Spiel kann teuer werden, und so hält Marie von Ebner-Eschenbach in ihrem Tagebuch fest:

Nachmittags kam Ida u. Betty Paoli, wir plauderten bis Moriz sich einfand, der eine Partie Tarock proponirte, u. es wurde bis 8 Uhr gespielt. B. P. hatte ein ganz horrendes Unglück „Das geht über meine Verhältnisse!“ Moriz behauptete, ich hätte verstohlen ihre Marken aus unseren Büchsen in die ihre zurück escamotirt.

Samstag, 7. Juli 2012 von Karin S. Wozonig
Schlagworte: , ,
Veröffentlicht in 19. Jahrhundert,Literatur,Literaturwissenschaft | Keine Kommentare

Kempner atemlos

Ein letztes Mal möchte ich mich in meinem Blog luftig-sommerlich mit Friederike Kempner, der unfreiwillig komischen Dichterin beschäftigen. Im Vorwort der fünften Auflage ihrer Gedichtsammlung beklagt sie sich darüber, dass sie sich

wie mancher Beherrscher von Rußland … fast täglich von anonymen Briefen heimgesucht

sieht, von Briefen „anonymer Feindschaft“ nämlich, als die Kempner Spott und Hohn über ihre missglückten Verse zeitlebens betrachtete. Aber ganz richtig beobachtet sie, dass

das liebenswürdige Publikum diese gemeinen Angriffe kaum seiner Entrüstung gewürdigt und in seiner reichen Gunst sind die Gedichte ein bleibendes Buch geworden.

Wie in einem früheren Blogeintrag berichtet, war die Erfolgsautorin Gabriele Reuter, deren Roman Aus guter Familie (1895) mit beklemmender Genauigkeit die emotionale Über- und intellektuelle Unterforderung von bürgerlichen Frauen in ihrer Zeit schildert, ein Fan der „göttlichen Rieke“.

Auch Marie von Ebner-Eschenbach (über die Gabriele Reuter eine biographische Skizze verfasst hat), kannte die Gedichte Kempners und nützte eines davon für die Charakterisierung einer weiblichen Figur in ihrer Erzählung Bertram Vogelweid: Siglinde, von ihrer Mutter genötigt in Gesellschaft ein Gedicht vorzutragen, bekommt „schwere Atembeklemmungen“, trotzdem bereitet sie mit ihrem Vortrag dem Auditorium „ein wahres Vergnügen“. Ebner-Eschenbach konnte voraussetzen, dass Kempners „Wanderer“, von „Lindchen“ mit nervöser Kurzatmigkeit rezitiert, ihren Leserinnen und Lesern bekannt war.

Der müde Wandrer sitzet am Steg,
Vorüber eilet der Fluß,
Am Ufer lehnend, die Hände gekreuzt,
Und badet den müden Fuß.

Die Hände so braun und braun ist der Fuß,
Noch brauner ist das Gesicht,
Wo kam er nur her, der müde Gesell,
Wahrhaftig, ich weiß es nicht.

Freitag, 30. Dezember 2011 von Karin S. Wozonig
Schlagworte: , ,
Veröffentlicht in 19. Jahrhundert,Literatur | 1 Kommentar

Geburtstag

Aus dem Tagebuch von Marie von Marie von Ebner-Eschenbach, 30. 12. 1876: „Um ½ 2 zu Betty Paoli, um sie abzuholen. Es ist heute ihr Geburtstag und wir speisten, zur Feier desselben bei den vortrefflichen Pachlers.“

Samstag, 17. September 2011 von Karin S. Wozonig
Schlagworte: , , ,
Veröffentlicht in 19. Jahrhundert,Literatur,Welt | Keine Kommentare

Relative Peinlichkeit

Aus dem Tagebuch von Marie von Ebner-Eschenbach: „Flora findet die Gedichte Betty Paolis an Ida so schrecklich. Es werden sich die Leute darüber lustig machen, meint sie. Das glaube ich doch nicht.“