Montag, 13. Juli 2009 von Karin S. Wozonig
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Raum und Literatur, Schluss

„Und manchmal wirkt der erfundene Raum in die Wirklichkeit zurück. Das kann man ganz deutlich an einem Teil der deutschen Literatur des 19. Jahrhunderts beobachten. Die liberalen Autoren des Vormärz fordern, dass die deutsche Kleinstaaterei aufhört, dass ein geeintes, demokratisches Deutschland unter preußischer Führung gegründet wird. Und weil sie das fordern, schreiben sie sozusagen die deutsche Nation herbei, indem sie ihren literarischen Orten einheitliche, deutsche Merkmale geben. […] Nicht, dass es ohne Heinrich Heines Deutschland. Ein Wintermärchen Deutschland in seiner heutigen Form nicht gäbe, aber ich denke doch, dass dieser Ort in der Literatur auf die Wahrnehmung seiner Leser recht mächtig gewirkt hat und vielleicht immer noch wirkt.“

Auszug aus: Einleitung zum Kaffeehausgespräch am 17. Juni 2009, Thema: Mit anderen Augen. Orte in der Literatur

Montag, 6. Juli 2009 von Karin S. Wozonig
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Reisezeit: Betty Paoli über die Steiermark

… das schöne Steiermark that sich vor uns auf. Ich möchte dies Land den Smaragd in Oesterreichs Krone nennen, so licht, so frisch und grün breitet sich’s vor dem Blicke aus … Der Charakter des Landes ist von einer unbeschreiblich heitern Lieblichkeit, an der man sich erfreut, ohne weiter nach Seen, Alpenfirnen und Wasserfällen zu fragen.

Betty Paoli: „Reise-Memoiretten“, Lloyd, 6. 11. 1852

Freitag, 3. Juli 2009 von Karin S. Wozonig
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Nochmals: Betty Paoli und Otto Ludwig

Otto Ludwig schreibt am 5. 1. 1864 an Josef Lewinsky, Burgschauspieler und Freund von Betty Paoli :

Daß Fräulein Betty Paoli einige Zeit hier zubringen will, würde mich weit mehr freuen, wenn ich mich im Stande fühlte, die Anregung, die sie bringen muß, wohin sie ihren Fuß setzt, recht zu verwerten; ich für meinen Teil, fürchte ich, werde ihr nur Langeweile machen können.

Donnerstag, 25. Juni 2009 von Karin S. Wozonig
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Ebner-Eschenbach, Paoli und Annette von Droste-Hülshoff

Aus dem Tagebuch von Marie von Ebner-Eschenbach, 6. 5. 1876:

Vormittag in strömendem Regen zu Betty Paoli, Tante Louise u. Dr Pachler. Betty P. hatte sehr anerkennende u. verehrungsvolle Briefe von Anast: Grün, Wüllerstorf u. Levin Schücking erhalten, wegen ihres schönen Aufsatzes über An: v. Droste in der Heimat.

Montag, 15. Juni 2009 von Karin S. Wozonig
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Und wer war Carl von Fleischl-Marxow?

Aus dem Tagebuch von Marie von Ebner-Eschenbach, 23. Juni 1893:

Ida sagte gestern: Weißt du was Karl war? er war Abrahams Schoß. Alle Sorgen die mir weggeräumt werden konnten, jede Mühe, jede Unannehmlichkeit nahm er auf sich. Unabhängiger als ich ist nie eine Frau gewesen. Wenn ich einen Wunsch aussprach, war er im selben Augenblick – sein Wunsch.

Freitag, 5. Juni 2009 von Karin S. Wozonig
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Nochmals Tarock oder Der gute Mensch in der Rotenturmstraße

Aus dem Tagebuch von Marie von Ebner-Eschenbach, 16. 5. 1875:

Nachm. kam Ida u. Betty Paoli, wir plauderten bis Moriz sich einfand, der eine Partie Tarok proponirte, u. es wurde bis 8 Uhr gespielt. B. P. hatte ein ganz horrendes Unglück „Das geht über meine Verhältnisse!“ Moriz behauptete, ich hätte verstohlen ihre Marken aus unseren Büchsen in die ihre zurück escamotirt.

Mittwoch, 27. Mai 2009 von Karin S. Wozonig
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Betty Paoli über Zufall, Ordnung, Chaos und die Poesie

Die Wirklichkeit mit ihren tausend Zufälligkeiten ist gleichsam ein Nebel, der unseren geistigen Blick beschränkt, beirrt und ihn hindert, die Erscheinungen in ihrer Totalität aufzufassen. Die Poesie hat den Beruf, ihn mit ihrem mächtigen Odem zu zerstreuen und aus dem wüsten Chaos eine von ethischen Gesetzen beherrschte Welt zu schaffen.

Aus Betty Paoli: „Božena“. In: Betty Paoli: Gesammelte Aufsätze. Eingeleitet und herausgegebene von Helene Bettel-Gabillon. Wien 1908 (Erstdruck in der Beilage zur Augsburger Allgemeinen Zeitung, 1876)

Sonntag, 24. Mai 2009 von Karin S. Wozonig
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Betty Paoli intertextuell

Auf dem Portal readme.cc ist eine Besprechung des Romans „Schloß und Fabrik“ von Louise Otto-Peters zu lesen. Den 23 Kapiteln dieses Buchs sind Zitate aus Werken zeitgenössischer Autorinnen und Autoren vorangestellt. Vertreten sind unter anderem Anastasius Grün, Ferdinand Freiligrath und Georg Herwegh. Vier Kapitel werden von Zitaten von Betty Paoli eingeleitet:

„Was er mir ist? O, frage Blumenkelche,
Was ihnen wohl der Thau, der sie besprengt?“

„Herz ward vom Herzen blutend losgerissen,
Und jetzt auf meinem Sterbelager muß
Ich Deines Anblicks süßen Trost vermissen.“

„An dem hellsten Sommertag,
Unter Zweigen lichtdurchbrochen,
Bei der Lerchen Jubelschlag
Hab‘ ich Dich zuerst gesprochen.“

„O heilge Stunde, wo in Gottes Strahl
Zwei Menschenherzen ineinander schauen.“

Mittwoch, 20. Mai 2009 von Karin S. Wozonig
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Betty Paoli und die Tarockpartie

Aus dem Tagebuch von Marie von Ebner-Eschenbach, 17. Mai 1891: „Nm bei Ida. Richard machte eine photographische Aufnahme der Tarok Partie bei Magnesium Licht.“

Montag, 18. Mai 2009 von Karin S. Wozonig
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Nestroy rules!

Zu meiner Freude wurde ein Text von mir in der Zeitschrift Nestroyana aufgenommen, die neue Nummer ist soeben erschienen. Ich schreibe immer gern über Betty Paoli, aber in diesem Fall war es mir ein besonderes Vergnügen. Nicht nur, weil ich das Thema  „Betty Paoli und die schönen Frauen“ (mit den schönen Frauen sind Schauspielerinnen gemeint) höchst interessant finde, sondern auch wegen der Vorgeschichte des Texts, der auf einem Vortrag bei den Nestroy-Gesprächen in Schwechat basiert. Diese traditionsreiche Veranstaltung wird mir als eine  besondere wissenschaftliche Konferenz in Erinnerung bleiben; wegen des Veranstaltungsorts (Schloss), der Unterbringung (mitten in einem idyllischen Park) und der großartigen Verpflegung (ja, ja, die österreichische Küche). Und vor allem wegen der Atmosphäre des Wohlwollens, in der sich die Wissenschaftler(innen) begegneten, produktive Kritik eingeschlossen.

Vielleicht schärft die Beschäftigung mit Nestroy, dem geistreichen Beobachter von Standesdünkel und Profilierungssucht, die Aufmerksamkeit für unnötiges akademisches Imponiergehabe und macht davor gefeit, vielleicht liegt es am genius loci – wie dem auch sei: An dieser Stelle einen herzlichen Dank an Jürgen Hein und an die Schriftleitung der Nestroyana, Ulrike Tanzer und W. E. Yates.