Montag, 10. März 2014 von Karin S. Wozonig
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Wissen und Nichtwissen

Manchmal beschäftige ich mich mit Gegenwartsliteratur. Zum Beispiel im Rahmen eines Workshops, in dem es um den Buchmarkt gehen wird, um Neuerscheinungen, um Informationsquellen, die es ermöglichen, Spreu vom Weizen zu trennen, um Literaturkritik (ein Thema, das ich besonders interessant finde) etc.

In ein paar Wochen werde ich mich mit dem in diesem Blog schon öfter erwähnten Roman „Der einzige Ort“ von Thomas Stangl bei einer Konferenz beschäftigen, die selbstbewusst den Titel „Literatur und Wissen“ trägt. Hier gibt es das Programm als PDF.

Dienstag, 4. Januar 2011 von Karin S. Wozonig
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Lektüreempfehlung: Der einzige Ort

Heute, am Geburtstag des Autors, empfehle ich die Lektüre von Thomas Stangls Roman „Der einzige Ort“. Der 2004 erschienene Text handelt von den europäischen Reisenden Gordon Laing und René Caillié, die sich in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts auf die Suche nach dem sagenumwobenen Ort Timbuktu machen. Thomas Stangl macht von seinen Quellen (unter anderem Briefe und Dokumente von Laing und Cailliés Reisebeschreibungen) in bester (postmoderner) literarischer Manier Gebrauch. Hier ein kurzer Textauszug:

Das Licht, das sehr viel später durch die Türöffnung dringt, dem Schattenreich (Lehm, pralle Getreidesäcke, ein Regenschirm, um den sich eine knochige Hand krampft) Konturen gibt, fügt sich in den engen Kreis der Angst und des Schmerzes ein, verstärkt den Schmerz; von seinem Gaumendach zieht sich die Spannung in die Hirnhaut, in die Knochen seiner Schädeldecke, frißt sich voran; etwas in seinem Nacken scheint zu zerreißen, etwas in seiner Kehle scheint sich aufzulösen. Er kann die Augen kaum offen halten, von den Rändern seines Blickfelds her drängt sich etwas Fremdes ins Bild, verzerrt es und schmilzt es zusammen; dieses Fremde (obwohl vom Licht getragen) verschwindet auch nicht bei geschlossenen Lidern, doch solange er eine Spur des Wissens davon bewahren kann, daß es sich um nichts als unbestimmte Traumerscheinungen handelt, glaubt er das Entsetzen in Grenzen halten zu können, den letzten Trost zu bewahren, daß es noch eine Außenwelt gibt, eine Welt, die nach begreifbaren Regeln funktioniert, so wie er nach begreifbaren, ihm bekannten Regeln funktioniert hat.

Thomas Stangl: Der einzige Ort. Roman. München: btb 2006. S. 138f.

Freitag, 8. Mai 2009 von Karin S. Wozonig
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Originelle Literaturveranstaltung

S.T.I.L. e. V., der Förderverein für Sprachkunst und Literaturvermittlung in Person von Erika Werner, hat sich eine besondere literarische Veranstaltung ausgedacht: „doppelt genäht…“ heißt die Reihe und irgendwie geht es immer um zwei Stimmen. Das nächste Mal lesen die Autorin Almut Tina Schmidt und der Autor Thomas Stangl „jeder aus dem eigenen neuen Roman und aus dem des anderen“. Hingehen, anhören!

Donnerstag, 14. 5. 2009, 20.00 Uhr, Café Heile Welt, Weidenallee 10 b (Hinterhof), 20357 Hamburg