Die interessante Frage der Digitalisierung

Vor einiger Zeit habe ich einen Buchbeitrag zum Thema Literaturkritik im Medienwechsel verfasst. Ich habe hier in diesem Blog darüber berichtet, dass mich das Lesen einer konventionellen Buchbesprechung in einer so genannten Qualitätszeitung (gedruckt) von der Literatur wegtreiben könnte (hätte ich weniger Erfahrung mit solchen Besprechungen und mit Literatur), wohingegen mich Texte über Literatur, geschrieben von Menschen die auch Literatur schreiben, oft zur Literatur hinführen.

Über den Medienwechsel nachzudenken, bedeutet auch in Erwägung zu ziehen, dass Bücher aus Bytes weniger Buchqualität haben als Bücher aus Papier. Dagegen lässt sich einwenden, dass ohne google books oder ähnliche Digitalisierungsprojekte viele Bücher aus Papier verlorengehen würden. Oder dass manches Buch, das es nicht in die Presse schafft, elektronisch gelesen werden kann. Oder dass Literaturkonsum unter elektronischer Leserbeteiligung der Literatur einen größeren Stellenwert im täglichen Leben der Menschen einräumt; zumindest einer bestimmten Form von Literatur. In ein paar Jahren werden wir uns den Bauch halten vor Lachen über die Verwirrung, die „das Internet“ einst gestiftet hat.

Erschienen ist mein Beitrag über die Literaturkritik im Buch „Literatur und Digitalisierung“, herausgegeben von Christine Grond-Rigler und Wolfgang Straub. In ihrer Einleitung beobachten die beiden Herausgeber m.E. ganz richtig:

Die eigentlich interessante Frage ist nicht, ob es in Zukunft noch Bücher geben wird, sondern ob es weiterhin Literatur geben wird, die durch die besondere Kombination der drei Parameter Welthaltigkeit, individualisierte Autoren-Perspektive und Schriftlichkeit unser kulturelles Gedächtnis bereichern und prägen wird.

Donnerstag, 16. Juni 2011 von Karin S. Wozonig
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Gegenwartsliteratur

Vorige Woche hatte ich das Vergnügen, in der Buchhandlung Schopf vor einem äußerst liebenswürdigen Publikum über Buch-Neuerscheinungen zu sprechen, die ich in meinen Urlaubskoffer packen würde. Herzlichen Dank an Silke und Dietrich für die Einladung!

Ganz oben auf meiner Bücherliste standen an diesem Abend Homer&Langeley von E. L. Doctorow und das sehr schöne Buch  Das Herz auf der Haut (mare-Verlag), eine Sammlung von Texten über das Tattoo. Das zweite wird wohl auch auf meiner Liste für eine sommerliche Veranstaltung zum Thema Neuerscheinungen deutscher Gegenwartsliteratur stehen, nicht nur wegen der vielen lesenswerten Texte, sondern auch weil das Buch aufgrund seiner liebevollen Gestaltung eine gewisse Almanach-Anmutung hat.

Montag, 22. Februar 2010 von Karin S. Wozonig
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Jahrhundertroman in Häppchen

Eine Ausgründung des Salons “Kaffeehausgespräche“, den ich regelmäßig gemeinsam mit Detlef Thofern veranstalte, beschäftigt sich zur Zeit intensiv mit Robert Musils Roman “Der Mann ohne Eigenschaften”. Die Ausgründung nennt sich “Neigungsgruppe ‘Der Mann ohne Eigenschaften’” und in ihr werden einzelne Kapitel des Romans gemeinsam gelesen und besprochen. Vielleicht entdecken wir, warum es sich bei dem Werk um einen “Jahrhundertroman” handelt. Vielleicht aber auch nicht.

Nächster Termin: 1. März, 19.00, im YokozunaCafé, Weidenallee 2, Hamburg.

Samstag, 31. Januar 2009 von Karin S. Wozonig
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Literaturkritik im Internet

Die Literaturbeilage der Washington Post wird nicht mehr gedruckt. Literaturkritik wird es trotzdem geben, vielleicht sogar mehr als früher, denn die online-Version hat theoretisch unendlich viel Platz. Also: Es ist nicht der Untergang des Abendlandes. Aber es wird sich etwas ändern. Denn das Schreiben über das Lesen im Netz ist anders, als das Schreiben über das Lesen für ein (abgeschlossenes) Printmedium. Oder wie es Wieland Freund in der “Welt” sagt:

Wer allerdings meinte, die Kritik würde von ihrer Verpflanzung vom Analoge ins Digitale darüber hinaus nicht berührt, hat seine “Aufschreibesysteme” nicht gelesen: Wie und wo und womit man schreibt, schreibt sich ins Schreiben nämlich ein

Dienstag, 2. Dezember 2008 von Karin S. Wozonig
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Literaturkritik im 19. Jahrhundert

“In den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts kann der kluge Beobachter Hieronymus Lorm die schöne Literatur als mickriges Kraut auf humusreichem, sicherem Felde betrachten, denn:

Der Schriftsteller ist demnach in Oestreich nur eine Ausnahme und kann den Prinzipien des Staates gegenüber nicht zur Anerkennung seiner unhemmbaren Nothwendigkeit gelangen, gleich dem Bürger, Handwerker oder Beamten; er ist ein exotisches Gewächs, das unter den nützlichen Kohlrüben als eine zwecklose und höchstens nicht unschöne Zierde des Staatsfeldes dasteht und kümmerlich und verkrüppelt fortvegetiert.

Randständig, aber das auf halbwegs festem Grunde ist sie zu diesem Zeitpunkt, die Literatur. Doch das währt nicht lange, denn die Flut bricht ein und statt des einförmigen Strangs würdiger Werke, an den man sich seit der Goethezeit gewöhnt hat, kommt: Massenware. Sogar Frauen beginnen zu publizieren!” (aus: Karin S. Wozonig: Über die Drainagekritik. In: sinn-haft (12/2002) S. 38). Weiterlesen.

Dienstag, 2. Dezember 2008 von Karin S. Wozonig
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Rezensionen aus erster Hand

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