Samstag, 31. Oktober 2009 von Karin S. Wozonig
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Das endgültige Ende des gelesenen Romans?

Der Erfolgsautor Philip Roth auf die Frage, ob das E-Book-Lesegerät Kindle den Roman retten wird:

“The book can’t compete with the screen,” Roth says, and the Kindle won’t change that. “It couldn’t compete beginning with the movie screen. It couldn’t compete with the television screen, and it can’t compete with the computer screen.”

Drehbuchautorinnen und -autoren sind die letzten, die noch Romane lesen?

Dienstag, 27. Oktober 2009 von Karin S. Wozonig
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Glänzende Normalos

Das Thema „Heldentum“ hat mich in diesem Blog mehrfach beschäftigt, als Thema des Salons Kaffeehausgespräche (hier nachzulesen). Im neuen Merkur findet sich ein sehr interessanter Artikel von Ute Frevert zu diesem Thema. Die Autorin kommt unter anderem zum Schluss:

Die Prozesse der Demokratisierung, Zivilisierung und Trivialisierung des Heldentums haben seine elitäre Aura zwar in Mitleidenschaft gezogen, völlig zerstört aber haben sie sie nicht.

Freitag, 23. Oktober 2009 von Karin S. Wozonig
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Wider die professionelle Deformation

Ist das vorwegnehmende Erzählen einer Mammutjagd ein evolutionärer Vorteil und der Anfang von Literatur? Und falls ja: Hat der Umstand, dass sich Keule auf Beule reimt etwas damit zu tun? Jede Zusammenkunft in meinem literarischen Salon, den ich auf Anregung von Erika Werner im Vorjahr gegründet habe und den ich mittlerweile mit Detlef Thofern, Religionswissenschaftler, leite, beschert mir dank der klugen Fragen und Kommentare der Gäste eine neue Perspektive auf die Literatur. Allen LiteraturwissenschaftlerInnen, die einer Déformation professionnelle vorbeugen wollen, empfehle ich: Gründet literarische Salons! Oder besucht sie.

Dienstag, 20. Oktober 2009 von Karin S. Wozonig
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Mein Beitrag zum Darwin-Jahr 5

Dass Menschen, die sich den Geistes- und Kulturwissenschaften widmen, auch etwas zur biologischen Evolution zu sagen haben, liegt in der Natur der biologischen Evolution: Ihre Beschreibbarkeit und ihre „Beschriebenheit“ sind ein kulturell und gesellschaftlich relevantes Geistesprodukt.

Dass diese Menschen sich in Bezug auf die hinter der Beschreibung liegende Wirklichkeit gelegentlich auf dem Kenntnisstand des 19. Jahrhunderts befinden, kann passieren. Ich persönlich finde das nicht besonders schlimm. Andere scheint das Anachronistische im geistes- und kulturwissenschaftlichen Reden über die Evolutionsbiologie aber aufzuregen, so z.B. den Evolutionsbiologen Ulrich Kutschera.

Nicht um seinen, im Lichte des seit Jahrzehnten üppig wuchernden Diskurses über die Unterschiede der „Zwei Kulturen“ (C. P. Snow 1959) unbedeutenden Text geht es in meinem heutigen Beitrag zum Darwin-Jahr, sondern um eine Replik darauf. Diese stammt von dem gelegentlich etwas gestelzt schreibenden aber klugen Kulturtheoretiker Remigius Bunia. Die Replik trägt den Titel „Wir Verbalwissenschaftler“ (womit alle gemeint sind, die sich wissenschaftlich mit Sprache beschäftigen, ein sehr weiter, aber durchaus praktischer Begriff) und endet in einer hübschen Doppelvolte:

Daher lässt sich Kutscheras Diktum über das ,Licht der Biologie‘ unter Abwandlung eines anderen Wittgenstein-Zitats verallgemeinern und zugleich zurückweisen: ,Die Naturwissenschaft ist ein Kampf gegen die Verhexung unsres Verstandes durch die Allpräsenz der Sprache.‘ Im Gegenzug, so wäre hinzuzufügen, können Verbalwissenschaftler aber davor schützen, dass sich neue Allpräsenzen – etwa eine Allpräsenz der Biologie – durchsetzen.

Samstag, 17. Oktober 2009 von Karin S. Wozonig
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Wirklich nützliche Dinge

Heute: Die sonnenbetriebene Bibliothek

Mr. Ki Yong Kim, head of the Solar Cell Office at LG Display noted, “E-books are attracting a lot of attention because they offer the advantage of storing thousands of books’ worth of contents in an easy-to-carry device. The idea of e-book combined with solar cell will offer users the added benefit of longer usage. We will continue to provide users with enhanced convenience and value to solidify our lead in next-generation, environmentally friendly products.”

Dienstag, 13. Oktober 2009 von Karin S. Wozonig
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Das Leid der Myrte

Ob Rudolf von Gottschall recht hat, die dichtenden Frauen in zwei Gruppen, nämlich verheiratete und solche einzuteilen, die nie das Leid und die Freuden der Ehe kennen lernten, möge schon aus dem Grunde dahingestellt bleiben, weil er in geistreicher und witziger Weise zwar den ersteren den Preis zuerkennt, als größte Dichterinnen des XIX. Jahrhunderts aber die Freiin Annette von Droste-Hülshoff und Betty Paoli nennen muss, deren Locken, wie bekannt, nie die Myrte schmückte.

Karl Schrattentahl: Die deutsche Frauenlyrik unserer Tage. Mitgabe für Frauen und Töchter gebildeter Stände. Leipzig: Naumburg [1892]

Freitag, 9. Oktober 2009 von Karin S. Wozonig
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Montag, 5. Oktober 2009 von Karin S. Wozonig
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Kaffeehausgespräch über Anfänge

Die Kaffeehausgespräche werden sich im Oktober dem Thema Anfänge widmen. Wie an dieser Stelle aus Anlass des Darwin-Jahrs mehrfach bemerkt, gibt es seit einiger Zeit literaturwissenschaftliche Versuche, Literatur für evolutionsbiologisch unvermeidlich zu erklären – eine Idee, die mir sehr gut gefällt. Deshalb werde ich in der bei den Kaffeehausgesprächen üblichen, kurzen Einleitung darüber reden (am 21. Oktober 2009 um 19.00 im Kaffeekontor, Schanzenstraße 14, Hamburg).

Samstag, 3. Oktober 2009 von Karin S. Wozonig
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Mehr über Fürst Friedrich Schwarzenberg

Betty Paoli, die damals nur erst sinnige Dichterin, noch nicht Recensentin des Burgtheaters und Kritikerin, wohnte im Hause der Fürstin von Schwarzenberg, einer ehrwürdigen unterrichteten, scharfurtheilenden Dame, deren Sohn oder Neffe, ich weiß es nicht, der bekannte „Lanzknecht“ war. Letzterer, Fürst Friedrich Schwarzenberg, vertrat eine politische Anschauung, die noch über die Metternich’sche hinausging. […] Diese Weltanschauung ist eine dem österreichischen Adel so gemeinsame, daß sie sich sogar mit allen Blumen moderner Bildung, mit Citaten aus Byron, Ironieen aus Heine bei ihm verbindet. Selbsterlebtes, „als Manuscript gedruckte“ Erinnerungen an Sonnenuntergänge auf Ischia und Capri, hier ein Bonmot vom Fürsten Ligne, dort eine Strophe von Manzoni – das ist die Schule, der sogar Kaiser Maximilian, der Aermste, das Opfer von Queretaro, angehörte. Liest man, was der letztere geschrieben, so möchte man sagen, seine Mission sei gewesen, Feuilletonist einer wiener Zeitung zu werden.

Karl Gutzkow: Rückblicke auf mein Leben. Berlin: Hofmann, 1875, S. 287f.