Donnerstag, 15. April 2010 von Karin S. Wozonig
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Veröffentlicht in 19. Jahrhundert, Literatur, Literaturwissenschaft

Wohltätigkeit gegen Zensur

Am 3. Mai gab man an der Wien zum Besten der barmherzigen Schwestern Zacharias Werner’s Vierundzwanzigsten Februar. Werner ist hier ganz und gar verboten, allein bei Vorstellungen zu wohlthätigen Zwecken setzt man es durch, sonst verbotene Sachen zu bringen, die natürlich schon um des Reizes am Verbotenen willen am besten ziehen. Man hat bei einer solchen Veranlassung sogar einmal die Räuber ganz unverkürzt und unverkümmert gegeben.

So brachte man denn Werner’s Februar zum Vorschlag. Der Bischof meint, er fände darin nichts Anstößiges. Die Kaiserin Mutter ließ den Censor rufen und sagte ihm dies. Der Censor äußerte, der Bischof müsse es wohl nicht verstehen, worauf die Fürstin meinte, so sei zu hoffen, das Publikum werde es noch weniger verstehen. [...]

Außerdem füllten den Abend ein Vaudeville von Holtei, die weiblichen Drillinge, in welchem er selbst spielte und Frln. Neumann vom Burgtheater die Hauptrolle hatte, – und ein Scenengemengsel ohne Zusammenhang und Verstand von Nestroy, der selbst darin ein nettes Quodlibet sang.

Notiz. Ein Theaterabend in Wien. Brieflich. In: Zeitung für die elegante Welt. 97, 21. Mai 1842

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