Dienstag, 1. Juli 2014 von Karin S. Wozonig
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Geschichte mit Bild

Selten habe ich die Gelegenheit, einen Text über Betty Paoli (von denen ich schon ziemlich viele verfasst habe, wie Sie auf dieser Seite sehen können – und die Themen gehen mir nicht aus) zu bebildern. Im schönen neuen Heft Ariadne der „Stiftung Archiv der deutschen Frauenbewegung“ aber gibt es zu meinem Beitrag „Moral, Leidenschaft und Brotberuf. Betty Paoli und die Wandlungen der Frauenfrage“ auch ein paar Bilder. Und nicht nur das: Betty Paoli und ihre Tarockpartie haben es auf die Titelseite geschafft.

Dank an die Herausgeberinnen dieses Ariadne-Heftes Laura Schibbe und Janine Schemmer!

Freitag, 25. Januar 2013 von Karin S. Wozonig
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Die Tarockpartie

Das Wienmuseum zeigt noch bis Anfang April die Sonderausstellung „Spiele der Stadt – Glück, Gewinn und Zeitvertreib“. In der Ausstellung und in der Bildergalerie auf der Website zur Ausstellung ist das Bild der tarockspielenden Damen Betty Paoli, Marie von Ebner-Eschenbach und Ida von Fleischl-Marxow zu sehen, das am 17. Mai 1891 von Richard Fleischl-Marxow gemacht wurde.

Eine Schilderung der Tarockpartie lieferte Marie von Ebner-Eschenbach in ihrem Nachruf auf Betty Paoli:

„Den letzten Winter hatte sie [Paoli] besonders gut zugebracht. Sie war wieder schriftstellerisch täthig, sie konnte wieder von Herzen heiter sein bei ihrer geliebten Tarockpartie. Länger als ein Decennium hat sie bestanden. Anfangs begnügten wir uns mit einem Spielchen am Sonntag; später fand ich mich an jedem zweiten Nachmittage im Hause unserer gemeinsamen Freundin, Frau Ida, ein. Betty kam aus ihrem Zimmer in den Salon herüber … Sie hatte immer ein freundliches Lächeln, einen warmen Händedruck zum Willkommgruß und brachte meistens etwas mit, einen Brief, ein Buch, ein Manuscript, aus dem sie vorlesen wollte ehe die Partie begann. Unter den vielen interessanten Zuschriften, die sie erhielt, waren ihr und uns die liebsten die Friedrich Pecht’s. Sie boten immer eine Fülle der Anregung, manchmal kam aber auch das Tarockkränzchen in ihnen schlecht weg. Der verehrte Künstler und Kunstkritiker gerieth in edlen Zorn und fragte höchst unwirsch ob denn drei vernünftige Frauen wirklich nichts Besseres zu thun hättten bei ihren Zusammenkünften, als Tarock zu spielen? Ihm waren eben die Geheimnisse unserer Nachmittags-Beschäftigung nicht erschlossen. Er hatte den lächelnden Ernst nicht gesehen, mit dem Betty die bedeutende Handlung einweihte, indem sie sprach: „Spielen! spielen! Wir sind nicht da, um uns zu unterhalten.“ Und so spielten wir denn. Was? Betty’s Ueberzeugung war: Tarock, weil sie ja doch Tarockkarten in Händen hielt. Wie? Nun das Reich, in dem sie sich beim Kartenspielen bewegte, war nicht das der Berrechnung und Combination, sondern das der Inspiration. Manchmal flog, nachdem sie ihre Blätter eines nach dem andern langsam aufgenommen hatte, plötzlich eines davon auf den Tisch, und sie sagte ein Ultimo an, der ein größeres Wagnis war als Hannibal’s Zug über die Alpen. „Aber Betty“, rief dann Frau Ida ganz bestürzt, „du hast ja noch gar nicht gekauft.“ Richtig! zu kaufen hatte sie vergessen, holte das Versäumte sofort nach und begann zu gleicher Zeit eine sehr unterhaltende Geschichte zu erzählen…“

Soviel Inspiration beim Spiel kann teuer werden, und so hält Marie von Ebner-Eschenbach in ihrem Tagebuch fest:

Nachmittags kam Ida u. Betty Paoli, wir plauderten bis Moriz sich einfand, der eine Partie Tarock proponirte, u. es wurde bis 8 Uhr gespielt. B. P. hatte ein ganz horrendes Unglück „Das geht über meine Verhältnisse!“ Moriz behauptete, ich hätte verstohlen ihre Marken aus unseren Büchsen in die ihre zurück escamotirt.

Freitag, 5. Juni 2009 von Karin S. Wozonig
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Nochmals Tarock oder Der gute Mensch in der Rotenturmstraße

Aus dem Tagebuch von Marie von Ebner-Eschenbach, 16. 5. 1875:

Nachm. kam Ida u. Betty Paoli, wir plauderten bis Moriz sich einfand, der eine Partie Tarok proponirte, u. es wurde bis 8 Uhr gespielt. B. P. hatte ein ganz horrendes Unglück „Das geht über meine Verhältnisse!“ Moriz behauptete, ich hätte verstohlen ihre Marken aus unseren Büchsen in die ihre zurück escamotirt.

Mittwoch, 20. Mai 2009 von Karin S. Wozonig
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Betty Paoli und die Tarockpartie

Aus dem Tagebuch von Marie von Ebner-Eschenbach, 17. Mai 1891: „Nm bei Ida. Richard machte eine photographische Aufnahme der Tarok Partie bei Magnesium Licht.“