Mittwoch, 18. März 2026 von Karin S. Wozonig
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Freunde in München

Die Redaktion der „Augsburger Allgemeinen Zeitung“ hatte ihren Sitz in München und dort lebte auch der Maler Friedrich Pecht, in dem Blatt lange Zeit zuständig für die Kunstberichterstattung. So lernte auch Betty Paoli ihn kennen, und abgesehen von ein paar politischen Differenzen und von dem Umstand, dass er kein Verständnis für die Tarockpartien mit Marie von Ebner-Eschenbach und Ida Fleischl hatte, war Pecht ein recht guter Freund. Aber Paoli hatte natürlich noch viele andere gute Freunde und Freundinnen. Wer das war, darüber rede ich bald in München: Betty Paoli: Von Stifter bis Ebner-Eschenbach

Mittwoch, 11. Februar 2026 von Karin S. Wozonig
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Clara Schumann und das Geistreiche

Clara Schumann war 1855 in Wien Gast der intellektuellen Salonière Iduna Laube, Frauenrechtlerin der ersten Stunde und einflussreiche Beraterin ihres Mannes Heinrich (Burgtheaterdirektor). Schumann fühlte sich sichtlich unwohl in dem Kreis, ihr Biograph schreibt: „Namentlich Betty Paoli jagte ihr einen wahren Schauder ein durch den Vortrag eines ‚wahrhaft widerlichen‘ Gedichtes: ‚Ich fühle mich schrecklich in solcher Gesellschaft, wo man jedem die Absicht, geistreich zu sein, anmerkt, ich atme dann ordentlich auf, wenn ich herauskomme.'“ Tja, manchmal ist das fremde Geistreiche anstrengend.

Sollten Sie nach Düsseldorf kommen: Im Schumann-Haus kann man in einer beeindruckenden Ausstellung mit viel Musik und einer exquisiten Präsentation von Briefen und anderen Objekten erfahren, was die Komponistin und Pianistin auf dem Gebiet und als Managerin und Betreuerin ihres Mannes Robert (Komponist) geleistet hat.

Donnerstag, 8. Januar 2026 von Karin S. Wozonig
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Der Heinesche Herzborkenkäfer kommt nach Düsseldorf

War Betty Paoli bei Heinrich Heine zu Besuch? Ja, war sie. 1850 in Paris. Aber „Jeder kommt von irgendwoher.“ ((c) Katja Gasser) und deshalb nehme ich Paoli demnächst nach Düsseldorf mit, nämlich am 6. Februar ins Heinrich-Heine-Institut. Paoli ist in der Stadt keine Unbekannte (naja, das Düsseldorfer Kreisblatt von 1843 übertreibt ein bisschen, es waren nur vier Bände):

Von der östreichischen Dichterin Betty Paoli – eigentlich Betty Glück, jetzt Gouvernante in Venedig – erscheinen mit einem Schlage fünf Bände, nämlich zwei Bände Novellen, ein Band poetische Erzählungen, ein Band Gedichte und ein Band Vermischtes!

Montag, 13. Oktober 2025 von Karin S. Wozonig
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Die dunkle Seite des Biedermeier

In diesem Blog wurde schon oft gefragt, was „Biedermeier“ bedeutet. Man kann mit Sicherheit sagen: Die Idylle macht es nicht aus. Die Epoche hat sehr dunkle Seiten, wie sich demnächst (22.-24. Oktober) im Rahmen einer Konferenz am Schubert Research Center zeigen wird; selbst wenn es um Fanny Elßler, begnadete Tänzerin, kluge Salonière und Freundin Betty Paolis, geht.

Mittwoch, 16. Juli 2025 von Karin S. Wozonig
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In Graz hätte Betty Paoli…

ihren Geliebten, den Burgschauspieler L. G., treffen sollen, anno 1855. Aber daraus ist nichts geworden. Ich glaube, er hat es vorgezogen, im Salzkammergut herumzustiefeln. Und außerdem hat er diese Beziehung sowieso nicht ganz ernst genommen. Er war nämlich schon so halb und halb mit einer anderen verlobt.

Haben Sie gewusst, dass es eine Internationale Vereinigung für Germanistik gibt? Die tagt nächste Woche in Graz. In der Sektion „Die Biographie und ihre Prätexte“ werde ich ein paar Briefe, aus denen man diese Betty-Paoli-Anekdote erfahren kann, präsentieren. Und dazu das, was die wohlmeinende, sittenstrenge und literaturgeschichtlich interessierte Nachwelt daraus gemacht hat.

Montag, 19. Mai 2025 von Karin S. Wozonig
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Mode-Zeitschrift

Die 6. Ausgabe der Wiener Digitalen Revue sieht im Phänomen Mode eine wesentliche Figuration der Moderne. Sie spannt den Bogen von Maria Theresia bis in die Gegenwart, von Jane Austen bis Teresa Präauer, von Jugendliteratur bis zum Feuilleton – und ergründet die Erzählungen von der ,Wiener Mode‘.

Betty Paoli darf da nicht fehlen.

Dienstag, 29. April 2025 von Karin S. Wozonig
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Paoli liest Heine gut

Aus dem Tagebuch von Marie von Ebner-Eschenbach, 31. März 1880: „Betty las sehr schlecht ein paar Gedichte von Ada Christen, und sehr gut ein paar Gedichte von Heine.“

Ich bringe Paoli am 18. Juni ins Heine-Haus in Hamburg, wo Judith Weisz zweifellose sehr gut Paoli lesen wird.

Dienstag, 1. April 2025 von Karin S. Wozonig
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In Gesellschaft

Wo Betty Paoli neuerdings überall herumkommt, es ist zum Staunen; am kommenden Donnerstag in den Musikverein. Im alten Musikvereinssaal war Paoli sehr präsent, im neuen Gebäude (eröffnet 1870) meines Wissens nicht. In dem tritt Patricia Aulitzky mit dem Trio Frühstück in einem Programm mit dem Titel „The rise and fall of a wild flower“ auf und wird ein Gedicht von Paoli rezitieren. Sie bringt Paoli nicht nur in Gesellschaft von Clara Schumann, sondern auch von Marlene Streeruwitz und Rebecca Solnit. Gute Idee.

Freitag, 21. März 2025 von Karin S. Wozonig
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Gender-inverse Kartenrunde im Offiziersclub

Es gibt da ein Foto aus dem Jahr 1891. In leicht sepiagetöntem Schwarzweiß zeigt es einen überladenen Wiener Salon. Um einen Tisch sitzen drei alte Frauen mit Häubchen und hochgeschlossenen Kleidern beim konzentrierten Kartenspiel. Die Szenerie verströmt eine wunderliche Mischung aus Wohlgesittetheit, Selbstbewusstsein und Spielernst und hat etwas von einer gender-inversen Kartenrunde in einem Offiziersclub. …

Das ist es! Perfekt beschrieben und gedeutet von Julia Kospach in ihrer Paoli-Biographie-und-Werke-Rezension in der aktuellen Falter-Buchbeilage.

Wien Museum, Inventarnummer HMW 51399
Freitag, 21. März 2025 von Karin S. Wozonig
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Und Böhmen

Als Gesellschafterin der Fürstin Maria Anna Schwarzenberg verbrachte Betty Paoli nicht nur viel Zeit in Worlik, dem Sommersitz der Fürstin, sondern auch in Prag. Und sehr häufig besuchte sie die böhmischen Kurbäder. Nächste Woche bringe ich Paoli in die Gegend zurück, zur Lesung und zum Gespräch über ihr Leben an der UJEP in Ústí nad Labem.