Dienstag, 13. Oktober 2009 von Karin S. Wozonig
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Das Leid der Myrte

Ob Rudolf von Gottschall recht hat, die dichtenden Frauen in zwei Gruppen, nämlich verheiratete und solche einzuteilen, die nie das Leid und die Freuden der Ehe kennen lernten, möge schon aus dem Grunde dahingestellt bleiben, weil er in geistreicher und witziger Weise zwar den ersteren den Preis zuerkennt, als größte Dichterinnen des XIX. Jahrhunderts aber die Freiin Annette von Droste-Hülshoff und Betty Paoli nennen muss, deren Locken, wie bekannt, nie die Myrte schmückte.

Karl Schrattentahl: Die deutsche Frauenlyrik unserer Tage. Mitgabe für Frauen und Töchter gebildeter Stände. Leipzig: Naumburg [1892]

Montag, 28. September 2009 von Karin S. Wozonig
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Der anonyme Anblick einer Emanzipierten

… nicht von Louise Aston, der Freischärlerin, will ich Ihnen erzählen, sondern von dem demokratischen Frauenklubb, Leipzigerstraße, der vergangenen Donnerstag, am 28. September, daselbst stattgefunden hat. [...] Ehe ich weiter gehe, muß ich Ihre Neugierde befriedigen und Ihnen den Anblick einer eigentlichen Emancipirten getreulich portraitiren.

Die Emancipirte ist 25 – 40 Jahre alt. Was darüber hinausgeht, ist vom Uebel. Sie hat schwarzes, oft mit silbernen Fäden geziertes Haar, keine oder unglückliche Kinder. Sie glaubt nicht an Gott, reitet am Sonntage auf gemietheten Pferden aus, macht Volksrednern den Hof und raucht schlechte Cigarren. Wie sie ihre Existenz sichert, ist ein komplettes Räthsel.

X. X.: Zur preußischen Chronik. Feuilleton. In:  Die Presse, 10. Oktober 1848

Montag, 23. Februar 2009 von Karin S. Wozonig
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Betty Paoli schreibt im Februar

Aus dem Tagebuch Marie von Ebner-Eschenbachs: 25. Februar 1885: „Abends bei Ida [Fleischl-Marxow] – zerfasert, der ganze Abend. Das beste war ein Aufsatz Betty’s den sie selbst vorlas über die Wandlungen der Frauenfrage.“

Mittwoch, 3. Dezember 2008 von Karin S. Wozonig
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Eine Wiederentdeckte

Annemarie Schwarzenbach zählt zu den Wiederentdeckten, jenen Frauen, deren Leistungen lange Zeit vergessen waren und die durch gute historische Arbeit wieder zum Vorschein kommen. Lesen Sie dazu meinen Essay hundert-jahre-weiblichkeit-zwonull, in dem ich mich mit dem Phänomen der wiederkehrenden Verwunderung über emanzipierte Frauen beschäftige.

Die Initiative Literatur kündigt eine Veranstaltung über die Schriftstellerin Annemarie Schwarzenbach an:

Susanne Wittek, Übersetzerin der neuen Biografie von Dominique Laure Miermont über Annemarie Schwarzenbach, stellt die Schriftstellerin, Journalistin, Dichterin und Fotografin vor. Katharina Schütz, Theater- und Filmschauspielerin, liest ausgewählte Texte aus Annemarie Schwarzenbachs Werken und aus ihren Briefen an Erika und Klaus Mann.

Im Anschluss ist der neu synchronisierte Dokumentarfilm Une suisse rebelle von Carol Bonstein zu sehen (F 2002, 60 min, DF).
Samstag, 17. Januar 2009, 19.00
Metropolis Kino , Steindamm 52-54, 20099 Hamburg
Karten im Metropolis Kino unter 040 / 34 23 53.