Freitag, 23. März 2012 von Karin S. Wozonig
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Quod erat demonstrandum: Frühlingsbimbam

Im Frühlinge

Horch! der Posaune Zauber gellt
Im Sieg’sruf durch die öde Welt, –
Von West zu Ost, von Süd zu Nord,
Glüht neu der Auferstehung Wort.

Wenn sich das neue Leben regt,
Hat sich das alte zur Ruh‘ gelegt,
Aus dem gelben Moder der Winterlag
Stößt die Primel und Hyazinth‘ zu Tag!

Weht der Frühlingsost über’s Jahr heran,
Hab‘ ich auch den letzten Schritt gethan, –
Du Mutter Natur! Aus meinem Staub‘
Weck‘ üppiger Eichen und Myrten Laub!

von Lothar (Prag) in: Oesterreichischer Musenalmanach 1837

Dienstag, 20. März 2012 von Karin S. Wozonig
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Frühlings-Bimbam

Frühlings-Bimbam à la Nachahmer von Heine

Im Frühling wächst die Blume,
Es geht der Kelch schön auf.
Im Frühling kommt die Muhme,
Da geht das Herz mir auf.

Im Frühling kommen Blätter,
Sie säuseln auf und zu,
Im Frühling kommt der Vetter,
Wir spielen blinde Kuh!

Im Frühling liebt der Schäfer
Die Schäferin, auch zwei!
Ich liebe wie ein Käfer,
Das macht die Poesei!

(Moritz Saphir, 1837)

Montag, 5. Dezember 2011 von Karin S. Wozonig
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Jenseits von Weltschmerz

Himmelstrauer

Am Himmelsantlitz wandelt ein Gedanke,
Die düstre Wolke dort, so bang, so schwer;
Wie auf dem Lager sich der Seelenkranke,
Wirft sich der Strauch im Winde hin und her.

Vom Himmel tönt ein schwermuthmattes Grollen,
Die dunkle Wimper blinzet manches Mal,
– So blinzen Augen, wenn sie weinen wollen, –
Und aus der Wimper zuckt ein schwacher Strahl. –

Schon schleichen aus dem Moore kühle Schauer,
Und leise Nebel über’s Heideland;
Der Himmel ließ, nachsinnend seiner Trauer,
Die Sonne läßig fallen aus der Hand.

Nikolaus Lenau (1831)

Montag, 23. Mai 2011 von Karin S. Wozonig
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Der Geist der Poesie

Notizen von „Asmodeus“: Von literarischen Erscheinungen sind zu nennen: Otto Prechtler’s Gedichte, Betty Paoli’s und Stifter’s Novellen. … Betty Paoli mit ihren Novellen würde uns leicht Karoline Pichler vergessen machen, wenn wir je an dieses Ideal eines Blaustrumpfs als an eine Dichterin gedacht hätten. Ja, Betty Paoli ist uns mehr als Gräfin Ida, der sie an Geist ebenbürtig, an poetischem Gemüthe überlegen ist. Die Dichterin ist Gesellschaftsdame der Fürstin Schwarzenberg. Wahrhaftig, ein interessantes Haus! Die geistreiche, vielerfahrne Frau, der chevalereske Lanzenknecht, die Dichterin der „Briefe an einen Verstorbenen“, das liberale, das aristokratische Princip und der über allen Parteien schwebende Geist der Poesie.

Zeitung für die elegante Welt. 15. Mai 1844

Donnerstag, 29. Juli 2010 von Karin S. Wozonig
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Die Dichterin im Zweifel und zu Pferde

Die österreichische Erzählerin Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1914) stand in regem Briefkontakt mit der Lyrikerin Sephine von Knorr. Gerade werden die Briefe dieser beiden Frauen in einem Projekt an der Universität Salzburg unter der Leitung von Ulrike Tanzer ediert. Nach einer Phase der theorielastigen Literaturwissenschaft kann man in den letzten Jahren wieder die Frage stellen: Sind DichterInnenbriefe aufschlussreich für das Verständnis des Werks? Ich möchte heute der anekdotischen Neugier das Wort reden und aus einem Brief Marie von Ebner-Eschenbachs an Sephine von Knorr aus 1853 zitieren:

Seitdem ich in Znaim bin, beschäftige ich mich fast ausschließlich mit ernsthaften Studien: ich muß solchen noch Jahre meines Lebens widmen, denn meine Unwissenheit ist mir all und überall ein Stein des Anstoßes. Niemals war ich überzeugter als jetzt, daß ich meine goldenen Träume von einem in der Poesie für mich erreichbaren, wünschenswerten Ziel aufgeben muß, daß ich vollkommen talentlos sei. Du bist glücklich, Sefine, Du besitzest ein großes, einziges Talent, dem Du Dein Leben widmen kannst. Meine Freude ist hier, daß ich täglich allein ausreiten kann, und die Stunden dieses einsamen Rittes sind die besten im Tage! Da bin ich frei, da bin ich vergnügt, ich versichere Dich, man begreift von zu wenig Seiten die Poesie des Reitens…

Samstag, 21. März 2009 von Karin S. Wozonig
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Poesie

Der 21. März ist der Welttag der Poesie.